WIRTSCHAFT AM ABGRUND

Der Zusammenbruch der Volkswirtschaften und das Scheitern der Globalisierung

 

Autor: Prof. Dr. Paul Craig Roberts (USA)

aus dem Englischen übersetzt von Johannes Maruschzik


Buch, gebunden, 232 Seiten, 21,5 x 13,5 cm, 360 g, erschienen: 31. Juli 2012, 1. Auflage Deutsch, ISBN: 978-3-938706-38-1

 

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Beschreibung

„Wirtschaft am Abgrund” ist das derzeit prägnanteste Werk zu den fundamentalen Entwicklungen in der globalen Ökonomie im 21. Jahrhundert. Paul Craig Roberts zeichnet den Weg zum Zusammenbruch der Volkswirtschaften der westlichen Welt nach und legt zu treffende Entscheidungen offen.

Das Amerika, wie wir es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kannten, existiert nicht mehr. Die Vereinigten Staaten haben auf absehbare Zeit ihre wirtschaftliche und politische Zukunft verspielt. Die entindustrialisierte US-Ökonomie zählt zu den bislang größten Verlierern der Globalisierung. Gleichzeitig wandelt sich das innenpolitische Gesicht der Vereinigten Staaten grundlegend. Binnen weniger Jahre wurden elementare Grundrechte systematisch abgebaut, die die Verfassung mehr als 200 Jahre lang garantiert hatte. Jetzt folgen die Europäer den Amerikanern auf dem gleichen Weg, beenden die Souveränität ihrer Nationalstaaten und liefern sich einer allmächtigen Zentralregierung aus. Keine Stimme hat eindringlicher vor dieser Entwicklung gewarnt als die von Paul Craig Roberts.

Der Autor

Prof. Dr. Paul Craig Roberts vor einem Portrait von Alexander Hamilton (1757-1804). „Alexander Hamilton war der erste Assistant Secretary of the Treasury – ich war der letzte. Seit dem wird das US-Finanzministerium von der Wall Street gesteuert
Prof. Dr. Paul Craig Roberts vor einem Portrait von Alexander Hamilton (1757-1804). „Alexander Hamilton war der erste Assistant Secretary of the Treasury – ich war der letzte. Seit dem wird das US-Finanzministerium von der Wall Street gesteuert

Prof. Dr. Paul Craig Roberts wurde am 3. April 1939 in Atlanta, Georgia geboren. Er hat an der Georgia Tech, der University of Virginia, der University of California in Berkeley und der Oxford University studiert, wo er Mitglied des Merton College war. Er wurde von Präsident Ronald Reagan zum Assistant Secretary of the US Treasury for Economic Policy berufen. 

Er war Mitarbeiter des US-Kongresses, Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist bei Business Week, Scripps Howard News Service und Creators Syndicate sowie Senior Research Fellow der Hoover Institution und der Stanford University. Zudem hatte er den William E. Simon Chair in Political Economy am Center for Strategic and International Studies der Georgetown University inne. 

Er ist Vorsitzender des Institute for Political Economy und Autor oder Koautor von zehn Büchern sowie zahlloser Artikel in wissenschaftlichen Journalen. Er hat vor dem US-Kongress in Kommissionen zu mehr als 30 Anlässen ausgesagt.

Prof. Roberts wurde mit dem Meritorious Service Award des US-Finanzministeriums für seine „herausragenden Beiträge zur Formulierung der Wirtschaftspolitik der USA“ und in Frankreich mit dem Legion of Honor als „Handwerker einer Erneuerung der Wirtschaftswissenschaften und der Wirtschaftspolititk nach einem halben Jahrhundert Staatsinterventionismus“ ausgezeichnet.

Inhalt

VORWORT

Regulierung versus Deregulierung 14

Irrtum Freihandel 15

Von der Vetternwirtschaft zur 

Plutokratie 20

Wie lange noch Reservewährung? 23

Quo vadis Europa? 25

Die Souveränität der Nationalstaaten

wird beendet 29

Warum die Kritik am Wachstumsmodell? 34

 

EINFÜHRUNG

Das Scheitern des Laisser Faire-Kapitalismus und die Auflösung der Volkswirtschaften der westlichen Welt: Auf dem Weg zu einer Neuen Ökonomie 37

 

TEIL 1

Probleme der Wirtschaftstheorie 45

Mikroökonomie 46

MakroökonomiE 47

Der Freihandels-Irrtum 59

Offshoring exportiert Arbeitsplätze statt Produkte 65

Das Problem der externen Kosten 73

Das Kapital der Natur 83

Planung für eine volle Welt 91

Die Fehlschläge der Wirtschaftstheorie sind tiefgreifenD 96

Das Scheitern des Laisser Faire-Kapitalismus 100

 

TEIL 2

Die neue Enteignung 107

Politische Enteignung 108

Wirtschaftliche Enteignung 121

Soziale Enteignung 124

Das Offshoring hat Die Amerikaner der 

Ersten Welt ersetzt 126

Die Beweise des Bureau Of Labor Statistics 134

Der Mythos der wohltätigen 

Globalisierung 150

Abweichler vom Mythos der wohltätigen Globalisierung 164

Die dezimierte amerikanische Volkswirtschaft 168

Arbeitslosigkeit 169

Inflation 170

Bruttoinlandsprodukt (BIP) 171

Reichtum und Einkommensverteilung in 

DEn USA 172

Lügen, die den amerikanischen Traum 

zerstörten: Der Mythos vom Fachkräfte-mangel in Wissenschaft und Technologie 173

Wohin ist das Geld gegangen? 184

Die Betrügereien der BanksterS 186

Der als Regierung maskierte Interessenskonflikt 192

Tod durch Globalisierung 197

Anhang 203

 

TEIL 3

Das Ende der Souveränität 211

Die unerklärte Agenda 219

Kann Deutschland ein souveränes 

Land bleiben? 226

Schlussfolgerung 227

Einführung

Das Scheitern des Laisser Faire-Kapitalismus und die Auflösung der Volkswirtschaften der westlichen Welt: Auf dem Weg zu einer neuen Ökonomie 

 

Der Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 und der Siegeszug des Hochgeschwindigkeits-Internets haben dem wirtschaftlichen und politischen Niedergang des Westens den Weg geebnet. Gleichzeitig hat ‚das Ende der Geschichte’ das sozialistische Indien und das kommunistische China auf die Siegerseite gebracht. Beide Länder haben ihre Volkswirtschaften und ihr unterbeschäftigtes Arbeitskräftepotenzial dem Kapital und der Technologie aus dem Westen geöffnet. Getrieben von der Wall Street und großen Handelsketten wie beispielsweise Wal-Mart begannen amerikanische Konzerne mit dem Offshoring der Produktion ihrer Waren und Dienstleistungen für ihre heimischen Märkte. Konsequenz: Die Bürger der Vereinigten Staaten werden nicht mehr in der Produktion von Gütern beschäftigt, die sie konsumieren. Gleichzeitig maximieren die Führungskräfte der Konzerne die Gewinne der Aktionäre und ihre Leistungsboni, indem sie die US-Arbeitskräfte durch billige Arbeitskräfte aus dem Ausland ersetzen. Sogar viele anspruchsvolle Beschäftigungen – unter anderem in der Software-Entwicklung und in der IT – sind in den USA weggefallen, weil Unternehmen auch diese Arbeiten ins Ausland verlagert und für viele Arbeitsplätze, die im Land verblieben sind, billigere ausländische Arbeitskräfte angeheuert haben. Design und Forschung sind den Arbeitsplätzen gefolgt, die von der verarbeitenden Industrie ins Ausland exportiert wurden. Die Zahl der Arbeitsplätze für qualifizierte Fachkräfte der Mittelklasse nimmt nicht mehr zu. Indem sie die Führungsrolle beim Offshoring der Produktion für heimische Märkte übernehmen, zwingen US-Konzerne das gleiche Verhalten Europa auf. Der Niedergang der Beschäftigung in der ‚Ersten Welt’ sowie der agrarwirtschaftlichen Kommunen in der ‚Dritten Welt’, die von riesigen Monokulturen verdrängt werden, wird Globalisierung genannt.

 

Seit zwei Jahrzehnten stagnieren die Einkommen der meisten Amerikaner. Sie sind sogar gesunken. Ein erheblicher Teil der Lohn- und Gehaltsrückgänge, die US-Arbeitnehmer angesichts der Verlagerung ihrer Arbeitsplätze ins Ausland hinnehmen mussten, kehrte in Form von Kapitalerträgen für die Aktionäre und Leistungsboni für die Führungskräfte zurück. Sie resultieren aus den höheren Gewinnen, die wiederum eine Folge der im Ausland niedrigeren Arbeitskosten sind. Die Einkommensverteilung hat sich dramatisch verschoben. Die Mega-Reichen streichen die Gewinne ein, während der Mittelklasse die Aufstiegschancen genommen werden. Hochschulabsolventen, die keine Beschäftigung finden, kehren zu ihren Eltern zurück, um bei ihnen zu leben.

 

Vor dem Hintergrund der stagnierenden Realeinkommen der Konsumenten weitete die US-Notenbank Federal Reserve ihre Kreditvergabe aus, sodass die Nachfrage weiter wuchs. Die Konsumenten kompensierten die fehlenden Einkommenszuwächse mit höheren Schulden. Die extreme Niedrigzinspolitik der Federal Reserve erzeugte einen Boom auf dem Immobilienmarkt. Die Häuserpreise stiegen in dramatischer Weise, was den Hauseigentümern wiederum erlaubte, den steigenden Wert ihrer Immobilien über eine Refinanzierung ihrer Hypotheken zu Geld zu machen.

 

Indem sie höhere Hypotheken auf ihre Immobilien aufnahmen, den Wertzuwachs ihrer Immobilien ausgaben und sich über ihre Kreditkarten erheblich verschuldeten, hielten sie die Wirtschaft auf Trab. Die explosionsartig gestiegenen Schulden wurden verbrieft, von den Rating-Agenturen mit besten Bonitätsbewertungen ausgestattet und an ahnungslose Investoren im Heimatland sowie im Ausland verkauft.

 

Die Deregulierung der Finanzmärkte – sie begann während der Clinton-Jahre und wurde unter der Regierung von George W. Bush verstärkt fortgesetzt – entfesselte Habgier und ermöglichte die Hebelung der Verschuldung (Debt Leverage). Der Federal-Reserve-Vorsitzende, der Finanzminister und der Vorsitzende der Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission / SEC) hinderten Brooksley Born, die Vorsitzende der US-Bundesbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC), daran, die außerbörslich gehandelten Derivative (Over-the-Counter-Derivates / OTC) zu regulieren. Die finanzielle Stabilität der Welt wurde der Ideologie geopfert, nach der sich ‚Märkte selbst regulieren’. Versicherungskonzerne verkauften Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps / CDS) für finanzielle Schrottpapiere, ohne für diese Rücklagen zu bilden. Die Finanzinstitute wiederum hebelten jeden US-Dollar Eigenkapital mit 30 Dollar Schulden.

 

Als die Blase platzte, stellten die ehemaligen Banker – sie hatten inzwischen die Leitung des US-Finanzministeriums übernommen – Rettungsgelder in gigantischen Größenordnungen für die unverantwortlichen Zockereien der Banken zur Verfügung, die sie früher geführt hatten. Die Federal Reserve beteiligte sich an diesen Rettungsmaßnahmen. Eine im Juli 2011 veröffentlichte Revision der Federal Reserve deckte auf, dass sie heimlich 16 Billionen US-Dollar – eine Summe, größer als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder die Staatsschulden der USA – in Anleihen steckte, um amerikanische und ausländische Banken zu stützen. Auf der anderen Seite aber wurde nichts unternommen, die Millionen von amerikanischen Familien zu unterstützen, deren Häuser zwangsvollstreckt wurden. Die gesamte Unterstützung der öffentlichen Hand wurde auf die Megareichen umgelenkt, deren Gier die Finanzkrise heraufbeschworen hatte. Damit löste sich die Rechtschaffenheit der Politik in Luft auf.

 

Die Finanzkrise und die missliche Lage der ‚Bankster’ (Begriff für Banker und Gangster) rückten in den Mittelpunkt. Das verhinderte die Wahrnehmung, dass die Krise nicht nur eine Folge der Deregulierung der Finanzmärkte, sondern gleichermaßen auch der höheren Verschuldung war, mit der die ausbleibenden Einkommenszuwächse der Konsumenten kompensiert wurden. Damit nicht genug: Je mehr Arbeitsplätze ins Ausland verlagert wurden, desto mehr Amerikaner wurden ihrer Arbeitseinkommen beraubt. Um ihren Konsum aufrechterhalten zu können, verschuldeten sich die Amerikaner zunehmend.

 

Die Tatsache, dass Millionen von Arbeitsplätzen ins Ausland verlagert wurden, ist der Grund, warum die bislang stärkste geld- und fiskalpolitische Expansion in der Geschichte der USA keine Erfolge zeigt, die Arbeitslosenquote zu verringern. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden nach allen Rezessionen des 20. Jahrhunderts die arbeitslos gewordenen Arbeitnehmer wieder eingestellt, nachdem expansive Geld- und Fiskalpolitik die Nachfrage stimuliert hatte. Die Arbeitslosigkeit des 21. Jahrhunderts ist anders. Die Arbeitsplätze wurden exportiert. Sie existieren nicht mehr. Deshalb können weder die Arbeiter in ihre Fabriken noch die hochqualifizierten Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor an ihre Arbeitsplätze zurückgeholt werden.

 

Die Ökonomen haben die Bedrohung nicht erkannt, die das Offshoring von Arbeitsplätzen sowohl für die Volkswirtschaft als auch für ihre Wissenschaft bedeutet. Die Ökonomen haben Offshoring mit Freihandel verwechselt, von dem sie glauben, dass er der Gemeinschaft nutzt. Wir werden sehen: Offshoring ist die Antithese zum Freihandel. Die Freihandelslehre ist neuesten Arbeiten zur Handelstheorie zufolge falsch. Wir bewegen uns de facto auf eine neue Wirtschaftslehre zu. Annahmen, die lange Zeit als richtig galten, sowie die auf ihnen basierenden theoretischen Schlussfolgerungen sind falsch.

 

Dieses Buch ist in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Teil beschreibt die Erfolge sowie die Irrtümer und Fehler der Wirtschaftstheorie. Und er erklärt, wie die Wirksamkeit der Wirtschaftspolitik durch die Globalisierung erodiert ist. Vor dem Hintergrund der Globalisierung und der Konzentration des Kapitals hat der Marktkapitalismus seine Rechtfertigung verloren. ‚Systemrelevante’ Konzerne – also Konzerne, die eine Größe erreicht haben, dass sie nicht mehr untergehen dürfen – werden mit öffentlichen Subventionen künstlich erhalten. Das macht den Anspruch des Kapitalismus zunichte, Ressourcen effizient zu verteilen. Werden Gewinne erzielt, indem sie Arbeitslosigkeit erzeugen und den Lebensstandard der Menschen in den heimischen bzw. inländischen Märkten verringern, können sie nicht mehr ein Maßstab für Wohlstand sein.

 

Der zweite Teil dokumentiert, wie das Offshoring von Arbeitsplätzen bzw. die Globalisierung sowie die Deregulierung der Finanzmärkte die US-Wirtschaft ruiniert und damit hohe Arbeitslosenquoten, Armut sowie eine Verteilung von Einkommen und Reichtum hin zu einer winzigen Minderheit ganz oben hervorgerufen haben. Diese schwerwiegenden Probleme können nicht innerhalb eines globalisierten Systems korrigiert werden.

 

Der dritte Teil widmet sich der europäischen Schuldenkrise und wie sie genutzt wird, sowohl die Souveränität der Nationalstaaten zu untergraben als auch die Banken vor Verlusten zu schützen, indem man den Bürgern der Mitgliedsländer der EU eine Austeritätspolitik6 auferlegt und ihnen die Kosten der Rettungsprogramme aufbürdet.

 

Ich werde darauf hinweisen, dass es im Interesse Deutschlands liegt, die EU zu verlassen, die D-Mark wiederzubeleben und eine wirtschaftliche Partnerschaft mit Russland einzugehen. Deutschlands Industrie, Technologie und wirtschaftliche sowie finanzielle Rechtschaffenheit in Kombination mit Russlands Energie- und Rohstoffvorkommen wären die Basis einer neuen Wirtschaftsunion mit hoher Attraktivität für ganz Osteuropa. In dieser Wirtschaftsunion würde jedes Land sowohl seine eigene Währung als auch seine finanz- und steuerpolitische Souveränität behalten. Damit würde auch die NATO zerbrechen, die zu einem Instrument der weltweiten Unterdrückung geworden ist und die Europäer zwingt, Lasten des US-amerikanischen Imperiums zu übernehmen.

 

67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 22 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands und 21 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist Deutschland nach wie vor von US-Truppen besetzt. Streben die Europäer danach, künftig Marionettenstaaten eines zusammenbrechenden Imperiums zu sein? Oder werden sie eine vielversprechendere Zukunft selbst in die Hand nehmen?

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