Ach los, scheiß der Hund drauf

Das Leben des Stern-Kriegsreporters Randy Brauman

Peter Chemnitz (D)

 

Buch, Softcover, 312 Seiten, 21,5 x 13,5 cm, erschienen: 20.12.2013, 1. Auflage Deutsch, ISBN: 978-3-906212-00-5

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Ach los, scheiß der Hund drauf!

Das Leben des Stern-Kriegsreporters  Randy Braumann

Peter Chemnitz (D)

 

E-Book, ca. 312 Seiten, erschienen: 30.04.2014, 1. Auflage Deutsch, ISBN: 978-3-906212-06-7

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Buchbeschreibung

Ach los, scheiß der Hund drauf! – Das Leben des Stern-Kriegsreporters  Randy Braumann

Wie bekommen eine Irrfahrt durch die sinnlosen Kriege, Leidensgeschichten und Politik-Gags des 20. und des gerade begonnenen 21. Jahrhunderts einen Sinn? Indem man sie aufschreibt und erzählt!

 

In Gesprächen, die sich über zwei Jahre hinzogen, erzählt Randy Braumann, Jahrgang 1934, dem fast 30 Jahre jüngeren Journalisten Peter Chemnitz von lebenslangen Feindschaften und wie sie entstanden sind. Er erzählt von falschen Fotos, verlogenen Überschriften und ihren fatalen Folgen. Vor allem lässt er einen Journalismus lebendig werden, wie er heute fast ausgestorben ist.

 

Zehn Jahre lang war Braumann für den „stern“ als Kriegsreporter in Afrika, Vietnam und im Nahen Osten mit den namhaftesten Fotografen unterwegs. Er lernte Diktatoren wie Idi Amin, Mobutu Sese Seko, Saddam Hussein, Muammar el Gaddafi, Kaiser Haile Selassie, Papa Doc sowie den Terroristenführer Georges Habash kennen – und fand sie sympathisch.

In packenden Geschichten erzählt er in diesem Buch davon, wie Journalisten selbst ein wenig am Rädchen der Weltgeschichte drehten, bei der Gründung der Söldnerrepublik Kongo beispielsweise oder im jordanischen Bürgerkrieg. Oder bei der großen „stern“-Hilfsaktion für Äthiopien, die Braumann vor Ort koordinierte, während er dem Kaiser die Augen für die Hungersnot im eigenen Land öffnete. 

Braumann war ein Haudegen. „Ach los, scheiß der Hund drauf!“, hieß der Spruch, mit dem er und sein alter Freund, der „stern“-Fotograf Gerd Heidemann (später war dieser derjenige, der die Lawine um die Hitler-Tagebücher in Gang setzte), sich in brenzligen Situationen Mut machten. Statt auf Pressekonferenzen der Generalität trieb Braumann sich lieber bei den kämpfenden Truppen herum. In Kambodscha rettete ihm die Angst eines Kollegen das Leben, in Jordanien erklärte ihn die deutsche Botschaft bereits für tot. Und ja, wenn es um Storys ging, kannte Braumann keine Kollegialität. Das schätzte der große Henri Nannen und kämpfte lange um ihn, wenn der Unstete wieder einmal ein besseres oder interessanteres Angebot der Konkurrenz favorisierte ...


Der Autor

Peter Chemnitz

Peter Chemnitz
Peter Chemnitz

Peter Chemnitz, 1962 in Leipzig geboren, wuchs in Dresden auf. Als Enkel des einst europaweit bekannten Sportjournalisten Erich Chemnitz wollte er unbedingt in dessen Fußstapfen treten, mit einer Ausnahme – der Sportberichterstattung. Allerdings rieten ihm alle davon ab, in der DDR diesen Beruf zu ergreifen. Auch die Staatssicherheit war skeptisch und verhängte, in enger und heimlicher Kooperation mit der Universität Leipzig, ein bis Ende 1988 aufrecht erhaltenes Studienverbot. Als Redakteur durfte er trotzdem arbeiten: von 1985 bis 1990 bei der Dresdner Tageszeitung „Sächsische Neueste Nachrichten“. In der Wendezeit wechselte er zu der in Stuttgart produzierten Wochenzeitung „Sachsenspiegel“ der bürgerbewegten Dresdner „Gruppe der 20“. Nach deren Einstellung erlebte er als Politikredakteur die letzten neun Monate der vom Süddeutschen Verlag samt Immobilie in der Dresdner Inneren Neustadt erworbenen Tageszeitung „Die Union“. Es folgten Jahre der freien Mitarbeit für „Spiegel“, „Focus“ und Nachrichtenagenturen wie dpa, AP und VWD sowie bis 1997 als Sachsen-Korrespondent der „Welt am Sonntag“. Seitdem ist er Redakteur der „Sächsischen Zeitung“.


Der Protagonist

Randy Braumann

Randy Braumann
Randy Braumann

Randolph Braumann (Jahrgang 1934) lebte gern zwischen zwei Extremen, zum Beispiel zwischen Sport auf der einen und exotischen Ländern im Kriegszustand auf der anderen Seite. Er war erst Sportreporter bei BILD, aber dann doch lieber Auslandsreporter beim „stern“. Die Sehnsucht nach der Fremdenlegion (die ihn abwies, als er sich im Rekrutierungsbüro Kairouan, Tunesien, 17-jährig bewarb) und nach den „Hunden des Krieges“ (wie ein Bestsellerautor die Söldner nennt) blieb ein Leben lang. Er war ein typisches Kriegskind (seine Geburtsstadt Bochum wurde 150-mal von den Alliierten bombardiert), deshalb beherrschte er wohl die Kunst des Überlebens so gut. Als in Saigon der Tu-Do-Club in die Luft flog, waren 36 Menschen tot, etliche verwundet (darunter sein Freund, der „stern“-Fotograf Perry Kretz) und nur einer unverletzt: er selbst. Später war er Mitgründer des Kinderhilfswerks „Dritte Welt“ (Zentrale nach wie vor in Hamburg) und zweier Reisemagazine. Nach all den Kriegen sucht er Ruhe in Görlitz/Zgorzelec – an der deutsch-polnischen Grenze, der „Friedensgrenze“.


Inhalt

Vorwort

Bombenkrieg und Mittelschule 

Ohne Abitur zum „stern“  

Vierzig Millionen für Dr. med. Schumann

Atombombensuche im ewigen Eis

Die Rache des Bundespräsidenten Lübke

Randy fehlt auf der Liste – Wie der BND und der MI6 um Teilzeitspione werben

Blumen für Leni

Ein Dichter öffnet die Tür zum Schah

Wie aus Carter ein freier Mann namens Ben Amin wurde – Bei amerikanischen Juden in Liberia  Wie ich Fremdenlegionär werden wollte und die Gründung der Söldner-Republik 1968

Idi Amin - ein afrikanisches Trauerspiel

Nach der Story eine Notlüge – Augenzeuge im Biafra-Krieg

Schlacht am Buffet

Flucht nach London

Rücksicht auf Israel – „stern“ berichtet nicht über Napalmopfer

Herr Braumann ist bereits hingerichtet worden

Angstschweiß und Feuerzauber – Victor Charlie im Visier

Die Jagd nach der goldenen Uhr

Nachts kam Victor Charlie

Haschisch und Marihuana – „I don‘t want to be thelast American killed in the Nam.“

Warten auf den König von Laos

Menschenrettung unter Missbrauch der Rot-Kreuz-Fahne – Bürgerkrieg in Ostpakistan

„Randy, please stop Nannen now“ – Als Koordinator der „stern“-Hilfsaktion in Äthiopien

Der Marsch auf der Rasierklinge – Zu Besuch bei Papa Doc in Haiti

Durch das wilde Kurdistan nach Ninive

Mein Freund Heidemann

Rebellenkampf im Hamburger Untergrund

39.998 Schwarze, der Chefredakteur und seine Frau –Wie ich in Südafrika eine deutschsprachige Zeitung leitete

Spenden allein retten Afrika nicht – Mit Karlheinz Böhm in Äthiopien

Boizenburg – Zwischenstopp in meinem Leben

Warum das Sorbische zu den 60 wichtigsten Sprachen zählt

Europastadt? Apartheidstadt?

Vom Krokodil zur Grenze – Der polnische Fußballund ich: Bilanz eines Lebens


Leseprobe

Wie ich Fremdenlegionär werden wollte und die Gründung der Söldner-Republik 1968

 

Söldner hat es in der Weltgeschichte wahrscheinlich seit Jahrtausenden gegeben. Mit Sicherheit aber in Europa seit dem Mittelalter. Söldner waren hoch angesehen und haben viel Geld verdient. Das änderte sich erst mit dem Einsatz von Söldnern in Afrika Anfang der 1960er Jahre des 20. Jahrhunderts. Jetzt galten sie als Dreckskerle, die für Geld töteten. Insbesondere im Kongo waren zahlreiche Söldner aktiv. Zu den bekanntesten gehörten Siegfried Müller (Kongo-Müller), Mike Hoare, Bob Denard und Jean Schramme, denen es im Dienst von Moise Tshombe zeitweise gelang, große Teile des Landes zu beherrschen.

Obwohl ich mitten im Krieg aufgewachsen bin und die Gräuel der Bombenangriffe erlebt habe, hat mich das nicht zu einem Pazifisten gemacht. Ich habe Söldner und die fest engagierten Fremdenlegionäre immer bewundert. Das war für mich eine Mischung aus Freiberuflern und Abenteurern. Und ich wäre gern dabei gewesen. Überdies war ich ein Anhänger von Uniformen und ein begeisterter Pfadfinder. Es gibt noch ein Foto, auf dem ich als forscher 15-Jähriger als Feldmeister der Pfadfinder zu sehen bin. 

Zwei Jahre später bin ich nach Tunesien gefahren, um mich zur französischen Fremdenlegion zu melden. Die hatte damals Rekrutierungsbüros in Johannesburg in Südafrika, in Brüssel und in Paris, aber eben auch in Tunis. Dort habe ich mir den Weg zum Büro zeigen lassen und bin in kurzer Hose und mit Sonnenbrille reinmarschiert. Tunesien war damals, sechs Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, noch nicht unabhängig, sondern französisches Protektorat. Tunis war eine sehr lockere, französisch anmutende Stadt.

Deutsch war in der Fremdenlegion neben Französisch die wichtigste Sprache. Viele Deutsche, die durch den Krieg entwurzelt waren, weil sie die Heimat oder die Familie verloren hatten und in Deutschland keine Perspektive mehr sahen, hatten sich zur Legion gemeldet, die ihnen ein festes Einkommen bot. Und kriegerisch sah es damals noch nicht so dramatisch aus. Niemand rechnete beispielsweise damit, dass man in Vietnam einen Krieg verlieren könnte.

Als ich in meinen kurzen Hosen im Büro erschien, spürte ich, dass man mich recht spöttisch musterte. Ich war ziemlich mager und machte wohl nicht den Eindruck, ein großer Kämpfer zu sein. Ich wurde zu einem Korporal geführt, der aus dem zweisprachigen Elsass stammte. Der hörte sich meinen Wunsch an und schüttelte dann den Kopf: „Du bist viel zu jung. Ein Jahr müssen wir warten. Außerdem musst du noch ein bisschen kräftiger werden. Aber wir notieren deine Daten mal und du kommst im nächsten Jahr wieder. Du musst aber nicht nach Tunesien kommen, du meldest dich in Straßburg und dann kommst du zu uns.“ ...


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