Wirtschaft am Abgrund

„Wirtschaft am Abgrund” ist das derzeit prägnanteste Werk zu den fundamentalen Entwicklungen in der globalen Ökonomie im 21. Jahrhundert. Paul Craig Roberts zeichnet den Weg zum Zusammenbruch der Volkswirtschaften der westlichen Welt nach und legt zu treffende Entscheidungen offen.

Das Amerika, wie wir es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kannten, existiert nicht mehr. Die Vereinigten Staaten haben auf absehbare Zeit ihre wirtschaftliche und politische Zukunft verspielt. Die entindustrialisierte US-Ökonomie zählt zu den bislang größten Verlierern der Globalisierung. Gleichzeitig wandelt sich das innenpolitische Gesicht der Vereinigten Staaten grundlegend. Binnen weniger Jahre wurden elementare Grundrechte systematisch abgebaut, die die Verfassung mehr als 200 Jahre lang garantiert hatte. Jetzt folgen die Europäer den Amerikanern auf dem gleichen Weg, beenden die Souveränität ihrer Nationalstaaten und liefern sich einer allmächtigen Zentralregierung aus. Keine Stimme hat eindringlicher vor dieser Entwicklung gewarnt als die von Paul Craig Roberts.


Wirtschaft am Abgrund

Prof. Dr. Paul Craig Roberts (USA)

 

Buch, Softcover, 200 Seiten, 21 x 14,8 cm, Deutsch, 2. unveränderte Auflage,  ISBN: 978-3-906212-37-1, erscheint: 15.03.2018, (1. Auflage erschien 2012 unter ISBN: 978-3-938706-38-1), aus dem Englischen übersetzt von Johannes Maruschzik (D)

 

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Der Autor

Prof. Dr. Paul Craig Roberts

Prof. Dr. Paul Craig Roberts vor einem Portrait von Alexander Hamilton (1757-1804). „Alexander Hamilton war der erste Assistant Secretary of the Treasury – ich war der letzte. Seit dem wird das US-Finanzministerium von der Wall Street gesteuert
Prof. Dr. Paul Craig Roberts

Prof. Dr. Paul Craig Roberts wurde am 3. April 1939 in Atlanta, Georgia geboren. Er hat an der Georgia Tech, der University of Virginia, der University of California in Berkeley und der Oxford University studiert, wo er Mitglied des Merton College war. Er wurde von Präsident Ronald Reagan zum Assistant Secretary of the US Treasury for Economic Policy berufen. 

Er war Mitarbeiter des US-Kongresses, Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist bei Business Week, Scripps Howard News Service und Creators Syndicate sowie Senior Research Fellow der Hoover Institution und der Stanford University. Zudem hatte er den William E. Simon Chair in Political Economy am Center for Strategic and International Studies der Georgetown University inne. 

Er ist Vorsitzender des Institute for Political Economy und Autor oder Koautor von zehn Büchern sowie zahlloser Artikel in wissenschaftlichen Journalen. Er hat vor dem US-Kongress in Kommissionen zu mehr als 30 Anlässen ausgesagt.

Prof. Roberts wurde mit dem Meritorious Service Award des US-Finanzministeriums für seine „herausragenden Beiträge zur Formulierung der Wirtschaftspolitik der USA“ und in Frankreich mit dem Legion of Honor als „Handwerker einer Erneuerung der Wirtschaftswissenschaften und der Wirtschaftspolititk nach einem halben Jahrhundert Staatsinterventionismus“ ausgezeichnet.


Inhalt

VORWORT

Regulierung versus Deregulierung

Irrtum Freihandel

Von der Vetternwirtschaft zur Plutokratie

Wie lange noch Reservewährung?

Quo vadis Europa? 25

Die Souveränität der Nationalstaaten wird beendet

Warum die Kritik am Wachstumsmodell?

 

EINFÜHRUNG

Das Scheitern des Laisser Faire-Kapitalismus und die Auflösung der Volkswirtschaften der westlichen Welt: Auf dem Weg zu einer Neuen Ökonomie

 

TEIL 1

Probleme der Wirtschaftstheorie

Mikroökonomie

MakroökonomiE

Der Freihandels-Irrtum

Offshoring exportiert Arbeitsplätze statt Produkte

Das Problem der externen Kosten

Das Kapital der Natur

Planung für eine volle Welt

Die Fehlschläge der Wirtschaftstheorie sind tiefgreifend

Das Scheitern des Laisser Faire-Kapitalismus

TEIL 2

Die neue Enteignung

Politische Enteignung

Wirtschaftliche Enteignung

Soziale Enteignung

Das Offshoring hat die Amerikaner der ersten Welt ersetzt

Die Beweise des Bureau Of Labor Statistics

Der Mythos der wohltätigen Globalisierung

Abweichler vom Mythos der wohltätigen Globalisierung

Die dezimierte amerikanische Volkswirtschaft

Arbeitslosigkeit

Inflation

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Reichtum und Einkommensverteilung in den USA

Lügen, die den amerikanischen Traum zerstörten: Der Mythos vom Fachkräftemangel in Wissenschaft und Technologie

Wohin ist das Geld gegangen?

Die Betrügereien der BanksterS

Der als Regierung maskierte Interessenskonflikt

Tod durch Globalisierung

Anhang

 

TEIL 3

Das Ende der Souveränität

Die unerklärte Agenda

Kann Deutschland ein souveränes Land bleiben?

Schlussfolgerung



VORwort

von Johannes Maruschzik

Wir sind Zeugen einer historischen Zeitenwende. Eine neue Weltwirtschaftsordnung entsteht. Mit enormer Dynamik verlagert sich die wirtschaftliche Macht in die BRICS-Staaten (1) und in andere Schwellenländer. Neue Allianzen wie die Shanghai Cooperation Organisation (SCO) mit China und Russland als treibende Kräfte bereiten die Struktur der neuen Weltwirtschaftsordnung von langer Hand vor. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie diese dominieren werden.

Die in den vergangenen Jahrzehnten tonangebenden Mächte der Weltwirtschaft – die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Euroland und Japan – kämpfen dagegen um ihr Überleben. Ihre Volkswirtschaften befinden sich im Auflösungsprozess. Insbesondere in den USA und in Ländern der Europäischen Union leben stetig mehr Menschen in Armut. Weitere dramatische Wohlstandsverluste zeichnen sich ab. Große Teile der Bevölkerung dieser Länder sehen für sich in der globalisierten Weltwirtschaft keine Perspektive mehr. In vielen Staaten droht politisches Chaos. Die Gefahr ist real, dass radikale politische Kräfte die Schwäche des politischen und wirtschaftlichen Systems missbrauchen und eine neue Form von Tyrannei schaffen.

Die Ökonomie trägt eine Mitschuld am Niedergang der Volkswirtschaften der westlichen Welt. Denn statt die Veränderungen in der globalisierten Weltwirtschaft unvoreingenommen zu analysieren und Antworten zu entwickeln, sind die verschiedenen ökonomischen Schulen in hohem Maße in ihren Ideologien gefangen. Was nicht zur Theorie passt, wird allzu häufig ausgeblendet. Zudem haben sich viele Ökonomen von Interessengruppen und Politikern kaufen lassen, die das demokratische System für ihre Zwecke missbrauchen. Rar dagegen sind Ökonomen, die echte wissenschaftliche Arbeit leisten. Sie finden kaum Gehör. Schon gar nicht in der Politik.

Das sind die zentralen Themen dieses Buchs von Prof. Dr. Paul Craig Roberts, welcher sich in der Frühphase der Regierung des US-Präsidenten Ronald Reagan als Assistant Secretary of the Treasury für die Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten verantwortlich zeichnete (2).  Ein Werk, das die Wirtschaftstheorie und die Wirtschaftspolitik, so wie sie heute verstanden und praktiziert werden, grundlegend herausfordert – sowohl analytisch als auch empirisch.

Das erste Kapitel bilanziert die bisherigen Erfolge und Fehlschläge der Ökonomie. Die keynesianisch orientierten, von der Notwendigkeit eines umfassenden Staatseinflusses überzeugten Wirtschaftswissenschaftler werden genauso wenig geschont wie die ‚neo-liberalen’ bzw. libertären Ökonomen, die im Extremfall jeden Staatseinfluss ablehnen. Schon nach wenigen Sätzen wird deutlich: Hier schreibt ein unabhängiger, liberaler Denker, der sich nicht scheut, in Frage zu stellen, was andernorts als tabu gilt.

Dabei muss man wissen: Paul Craig Roberts steht den Libertären grundsätzlich weit näher als den Staatsgläubigen. Als ‚Father of Reaganomics (3) hat er weltweit der Erkenntnis zum Durchbruch verholfen, dass hohe Steuersätze die wirtschaftliche Initiative von Individuen lähmen und damit das Wirtschaftswachstum bremsen. Eine Agenda 2010 einer rotgrünen deutschen Bundesregierung inklusive der Reduzierung des Spitzensteuersatzes wäre ohne die Veränderungen, die Anfang der 1980er Jahre in der US-amerikanischen Steuerpolitik stattfanden und maßgeblich von Paul Craig Roberts vorangetrieben wurden, wohl undenkbar gewesen. Viele Jahre war der Autor Mitglied der Mont Pelérin Society, trat aus dieser renommierten Vereinigung liberaler Ökonomen aber vor ein paar Jahren aus. Dort sei man nicht bereit gewesen, das eigene Credo zu überdenken. Das vorliegende Buch – es trug ursprünglich den Titel ‚Das Scheitern des Laisser-faire-Kapitalismus’ – soll diese Denkbarrieren aufbrechen.

„Die Libertären glauben, die menschliche Natur ändere sich, je nachdem, ob sie im privaten oder im öffentlichen Bereich agiert. Sie wollen nicht akzeptieren, dass private Macht genauso missbraucht werden kann wie staatliche Macht. Ich schätze das Eintreten der Libertären für die Freiheit sehr. Auf der anderen Seite habe ich die Geduld mit ihnen verloren.“ Diese bemerkenswerten Sätze schrieb mir Paul Craig Roberts, als wir uns im Zuge der Übersetzung dieses Buches zu den einzelnen Inhalten austauschten. Sie knüpfen nahtlos an die Mahnung Friedrich August von Hayeks an, die der Nobelpreisträger 1944 in seinem Klassiker ‚Der Weg zur Knechtschaft’ aussprach: „Nichts dürfte der Sache des Liberalismus so sehr geschadet haben wie das starre Festhalten einiger seiner Anhänger an gewissen groben Faustregeln, vor allem an dem Prinzip des Laisser-faire.“

In den Augen von Paul Craig Roberts irrt der Laisser-faire-Kapitalismus vor allem in drei Bereichen: Erstens kritisiert der Autor den Glauben, Märkte regulierten sich selbst, als naiv. Zweitens führt er uns vor Augen, dass der bedingungslose Glaube an den Segen des Freihandels im Zeitalter der Globalisierung nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern vor allem auch in den Ländern der westlichen Welt zu erheblichen Wohlstandsverlusten und zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung führen muss. Drittens beklagt er die Ignoranz vieler Ökonomen gegenüber der Tatsache, dass die schnell wachsende Weltbevölkerung im Begriff ist, unserem Planeten auf Kosten künftiger Generationen wahrscheinlich irreparable Schäden zuzufügen und endliche Ressourcen zu verbrauchen. Die Plünderung des Kapitals der Natur wie die Verschmutzung der Luft, des Wassers und der Böden verursacht externe Kosten, die nicht in die Kosten der Produktion eingerechnet werden. Indem wir nicht alle Kosten einkalkulieren, täuschen wir uns im Hinblick auf den Nutzen der Produktion selbst. Paul Craig Roberts: „Diese beiden Faktoren zusammen – die hohe Zahl der Erdbewohner und die hohen externen Kosten – laugen den Planeten aus.“

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1  Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika.

2  Paul Craig Roberts spielte bei der Durchsetzung dieser Politik im US-Kongress eine Schlüsselrolle – und veränderte damit weltweit die ökonomische Denkweise. In seinem spannenden Buch ‚The Supply-Side Revolution’ (Harvard University Press) beschreibt Paul Craig Roberts die Hintergründe dieser Politik und die Kämpfe, die seinerzeit im US-Kongress stattfanden. ´The Supply-Side Revolution´ wird in Kürze in China in chinesischer Sprache veröffentlicht.

3  Der Begriff Reaganomics steht für die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Ronald Reagan.